Größer, höher, verkehrsreicher und wirtschaftlich unklarer – Grüne gegen Bebauungsplan Schwimmbad

„Größer, höher, verkehrsreicher soll die Therme in Bad Vilbel werden. Wirtschaftlich ist das Projekt eine Black Box mit ungewissem Ausgang für die Stadtfinanzen“ sagt Jens Matthias, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Stadtparlament.

Die Grünen fordern umgehend Transparenz über das gesamte Badprojekt inklusive einer Darstellung des geplanten Bades mit allen Gebäuden, eines belastbaren Zeitplans und der wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Stadt. „Wir werden der Offenlage des Bebauungsplans nicht zustimmen. Jeder weitere Schritt schafft Fakten, die später nur schwer revidiert werden können“ erklärt Matthias die Position der Grünen zu den vorgelegten Plänen über die am 18. Juni final abgestimmt werden soll.

1,3 Millionen Besucher im Jahr

Der Bebauungsplan Schwimmbad lässt zukünftig eine Bebauung von ca. 60.000 qm zu. Wie die Planerin vom Planungsbüro gestern im Planungs-, Bau- und Umweltausschuss bestätigte, sind das 23.000 qm mehr als bei der 1. Änderung des Bebauungsplans Schwimmbad. Und die Gebäude dürfen höher werden. Zusätzliche drei Meter gewährt die Stadt dem Investor. Mit der jetzt zu beschließenden Änderung des Bebauungsplans dürfen die Gebäude 15 bis 38 Meter hoch werden. „Hinter dem Schulkomplex entsteht ein Freizeitmonster, das den Charakter der Stadt verändern wird. Neuerdings wird von 1,3 Mio. Besuchern ausgegangen. Der Verkehr auf der Homburger Straße wird nochmals durchschnittlich um 10% zunehmen. Kurz vor der gestrigen Sitzung hat die Stadt ein aktualisiertes Luftreinhaltungsgutachten vorgelegt. Laut diesem Gutachten werden die Grenzwerte für Stickoxyd und Feinstaub trotz der zusätzlichen 200.000 Besucher nicht überschritten. „Allerdings vollkommen unklar blieb, wie die Verkehrszahlen zusammenpassen. So spricht das Verkehrsgutachten aus der Krebsschere von 22.500 Fahrten pro Tag in der Homburger Straße, ohne Berücksichtigung der Therme, heute im Planungs-, Bau- und Umweltausschuss wurde von nur 18.200 Fahren ausgegangen“ wundert sich Jens Matthias.

Rad- und Fussweg nach Massenheim wird 700m länger

„Mal eben ca. 700 Meter länger wird der Rad- und Fußweg aus Massenheim. Das heißt für die Grundschüler aus Massenheim einen um 50% weiteren Schulweg. Wenn man die Fahrradinfrastruktur stärken möchte, um Individualverkehr zu reduzieren, darf man so etwas nicht machen“ sagt Matthias. 

„Das versprochene Freibad mit den 50 Meter Becken, können wir uns wohl abschminken“ sagt Kathrin Anders, Ko-Fraktionsvorsitzende der Grünen. „Im Bebauungsplan ist es nicht mehr vorgesehen. Der Investor scheint sich vom Freibad zu verabschieden. Ob ein neues Freibad kommt steht damit vollkommen in den Sternen.“

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