Stadthalle Bad Vilbel – Grüne erwarten kurzfristig Antworten

Jens Matthias, Fraktionsvorsitzender

Donnerstagabend (05.10.2017) findet eine gemeinsame Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses und des Planungs-, Bau- und Umweltausschusses zum Thema Stadthalle statt. Die Grünen haben noch viele Fragen, die von der Stadt beantwortet werden müssen. „Wir möchten von der Stadt eine Zusammenstellung der Gesamtkosten“ fordert Jens Matthias, Fraktionsvorsitzender der Grünen. „Im Haushalt und im Hessentagskonzept stehen 20 Mio. Euro für die Stadthalle. In der Beschlussvorlage stehen 25 Mio., allerdings ohne das Parkhaus und ohne die Innenausstattung der Stadthalle. Damit fehlen große Positionen in der Planung. Das Parkhaus wird zwischen 10-12 Mio. Euro kosten und die Innenausstattung wird zusätzlich mit mehreren Millionen zu Buche schlagen. Wenn man noch berücksichtigt, dass Bauvorhaben in der Regel teurer werden als geplant, kommt man leicht auf Gesamtkosten in Höhe von 40 bis 45 Mio. Euro. Damit wären die Investitionskosten doppelt so hoch wie geplant – noch vor dem ersten Spatenstich!“

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Kathrin Anders, Fraktionsvorsitzende

Die Grünen fordern eine Gesamtübersicht über alle Investitionen, die zur Stadthalle dazugehören. „Auch wenn die Höhe aller Kosten natürlich noch nicht im Detail feststeht, müssen alle Positionen aufgelistet und die Kosten von Fachleuten geschätzt werden, um das Gesamtvolumen einschätzen zu können. Hier muss die Stadt in der Ausschusssitzung am Donnerstag nachlegen und Transparenz schaffen.“ fordert Matthias.

Die Investitionskosten sind ganz wesentlicher Bestandteil der Gesamtbewertung des Projektes. Jeder Euro Investition muss abgeschrieben werden und wird den städtischen Haushalt für Jahrzehnte stark belasten. Wir haben bisher noch keine Betrachtung über die Gesamtwirtschaftlichkeit für das Projekt vorgelegt bekommen. „Das laufende Defizit der Stadthalle sehen wir basierend auf den aktuellen Informationen bei bis zu 1 Mio. Euro pro Jahr“ sagt Christopher Mallmann, ebenfalls für die Grünen im Stadtparlament. „Für die Deckung dieses Defizits wird davon ausgegangen, dass es durch die Gewinne der Therme  von Herrn Wund getragen wird – für die es noch keine Baugenehmigung gibt und von dem die Abgeordneten den Vertrag mit Herrn Wund nicht kennen.“ konstatiert Mallmann.

Offen sind für die Grünen auch noch energetische Fragen, wie z.B. die Stadthalle gekühlt werden soll. Durch die großen Glasfassade heizt sich das Gebäude auf und muss gekühlt werden. „Hier bieten sich Erd-Wärme-Tauscher oder eigene Stromerzeugung auf dem Dach der Stadthalle durch Photovoltaik an, um das Gebäude CO2 neutral zu gestalten.“ schlägt Peter Paul vor, umweltpolitischer Sprecher der Grünen. Barrierefreiheit ist ebenfalls ein wichtiger Punkt für die Grünen. Sascha Nuhn, gehörloser Grüner Abgeordneter im Stadtparlament, weist darauf hin, dass Vertreter von Menschen mit Behinderung frühzeitig in die Planung einbezogen werden sollten.

Durch die Stadthalle fallen ca. 160 Parkplätze auf dem City Parkplatz weg. Unter der Stadthalle sind 400 Stellplätze geplant, 100 davon für das geplante Hotel neben der Stadthalle. 300 Parkplätze verbleiben für die Innenstadt und die Stadthalle zusammen. „Die Größe der Tiefgarage passt irgendwie nicht zur Größe der Halle“ sagt Clemens Breest, ebenfalls im Stadtparlament für die Grünen. „Das führt zu Parkplatzengpässen. Von dem Verkehrschaos vor und nach den Veranstaltungen ganz zu schweigen. Hier muss weiter gedacht werden und die Möglichkeiten von Parkplätzen, ÖPNV und Hallengröße in Einklang gebracht werden. Wir sind gespannt, wie die Stadt diese Fragen beantworten wird.“

„Die Beantwortung der Fragen wird entscheidenden Einfluss auf unser Abstimmungsverhalten zum Thema Stadthalle am nächsten Dienstag in der Stadtverordnetenversammlung haben. Im Ausschuss werden wir Grünen uns zunächst enthalten, um über das Wochenende die Antworten auszuwerten und unsere Meinung zu dem Beschlussvorschlag als Fraktion festzulegen. Wir sehen die Notwendigkeit für die Kurhaussanierung und den Bau einer Stadthalle, aber wir müssen die langfristigen Folgen einer solchen Entscheidung verstehen und bei unserer Entscheidungsfindung berücksichtigen“ sagt Kathrin Anders, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Stadtparlament.

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