Abstimmung über neue Stadthalle und Hotel

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Kathrin Anders, Fraktionsvorsitzende

In der Stadtverordnetenversammlung am 10. Oktober sprachen die Grünen sich für den Bau der großen Stadthalle nach dem Entwurf des Architekturbüros Vielmo aus. Allerdings lehnen sie das Tagungshotel entschieden ab. Kathrin Anders, Fraktionsvorsitzende der Grünen, erinnert: „Wir beschließen kein übliches Bauvorhaben. Wir beschließen ein gigantisches Investitionsvolumen von 42-45 Millionen Euro und sehr ehrgeizige Ziele; denn bis zum Hessentag soll alles fertig sein. Dies kann und will sich die Stadt leisten. Doch ich finde es wichtig, klar und transparent den Bürgerinnen  und Bürgern diese Zahlen zu nennen.“

In ihrer Rede verweist sie darauf, dass eine regelmäßige Information der politischen Gremien und der Öffentlichkeit wichtig ist.

Clemens Breest, Vorsitzender der Grünen in Bad Vilbel

Positiv auf die Entscheidung der Grünen habe sich die Einsichtnahme auf die Finanzierung dieses Bauvorhabens ausgewirkt. Anders erklärt dazu: „Das jährliche Defizit der Stadthalle von ca. einer Million Euro ist ebenfalls eine dicke Kröte, die wir zu schlucken haben. Und wir GRÜNE können das nur mittragen, weil uns die Refinanzierung deutlich und transparent gemacht wurde.“ Positiv hob Anders hervor, dass mit der neuen Stadthalle und der Sanierung des Kurhauses den Vereinen Räume zur Verfügung gestellt werden und die Innenstadt deutlich belebt werden soll. „Bad Vilbel will keine Schlafstadt für Frankfurt sein sondern eigenständig mit einem breiten Angebot an Kulinarischem, Kulturellem und anderen Freizeitangeboten.“

Kathrin Anders mahnte aber auch an, neben diesem Großprojekt auch die anderen Aufgaben der Stadt nicht zu vernachlässigen. Die Jugendlichen auf dem Heilsberg fragen sich zurecht, warum ihr kleines Jugendhaus über ein Jahrzehnt benötigt, wohingegen eine solches Großprojekt in drei Jahren realisiert sein soll. „Die Halle und die Renovierung des Kurhauses ist richtig und wichtig, aber wir als Opposition werden uns nicht mehr damit zufrieden geben, wenn sie uns sagen, was alles nicht geht und das Bäume nicht gepflegt werden können weil es Geld kostet. Denn wenn der Bau der Halle eins zeigt dann, dass sehr viel geht, wenn man denn will.“

Zum Hotel stellte Clemens Breest, Vorsitzender der Grünen in Bad Vilbel, fest: „Die Betreiberfirma und ihre Kooperationspartner stehen für klimaneutrale Veranstaltungen und einen Shuttle-Service, der den Zielverkehr gering hält. Und eine weitere Genialität präsentiert uns diese Firma mit ihrem Nutzungskonzept: Für ihre Auslastung sind sie auf kein Tagungshotel in unmittelbarer Nähe angewiesen. Die bisherige Vorstellung, eine große Stadthalle ist nur in Kombination mit einem Tagungshotel einigermaßen wirtschaftlich zu betreiben, wird uns von der Firma widerlegt. Folglich gilt: Die Notwendigkeit eines Tagungshotels existiert nicht mehr!“ Er erläuterte, welche drastischen Folgen neben der Bebauung mit einer großen Stadthalle ein zusätzlicher Hotelbau auf knapp 4.000 Quadratmeter mit einer Höhe von 22 Meter für dieses Areal hätte: „Statt mehr Grünfläche – wie es ursprünglich in der Vorlage für den Aufstellungsbeschluss hieß, wird es weitaus weniger Grün geben. Das bisschen Kurpark was sich im Schatten des 22m hohen Hotelblocks und der 18m hohen Halle noch finden wird, hat allenfalls den Charme eines Hinterhofs.“ Es gibt für die Grünen keine überzeugenden Argumente, weswegen den Bürgerinnen und Bürgern der westliche Teil des Kurparks geraubt werden solle.

Die Stadtverordnetenversammlung hat einstimmig für die neue Stadthalle nach dem großen Entwurf von Vielmo gestimmt und mehrheitlich für den Verkauf des Grundstücks im Kurpark West, damit dort ein Hotel errichtet werden kann.

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